Herbst in Hokkaido

Sapporos goldene Ginkgobäume, Hakodates Hafenblick und nächtliche Imbissstände — eine kurze Herbstreise auf Film.

Hokkaido im Oktober ist genau das richtige Dazwischen. Der Sommer ist vorbei, aber der Winter noch nicht da. Die Bäume färben sich, die Luft ist frisch, und alles scheint den Atem anzuhalten, bevor der Schnee kommt.

Sapporo: Ginkgo-Saison

Wir hatten das Timing perfekt getroffen. Die Ginkgobäume entlang der Hauptallee der Universität Hokkaido waren auf dem Höhepunkt ihres Gelb-Grüns — in jenem Stadium, in dem die Blätter noch an den Zweigen hängen, aber der Boden bereits mit Gold bedeckt ist. An so einem Ort verschießt man Film, ohne nachzudenken.

Ginkgo-Allee an der Universität Hokkaido

Joanna war in ihrem Element, Kamera in der Hand, den Blick nach oben gerichtet. Ehrlich gesagt habe ich sie öfter fotografiert als die Bäume. Das Licht, das durch die Ginkgoblätter fiel, gab allem einen warmen Schimmer, den Film besser einfängt als Digital es je könnte.

Fotografieren unter den Ginkgobäumen

In der Nähe fanden wir auch einen Skulpturenpark — ein riesiges Gesicht, das aus dem Boden ragt, umgeben von herbstlichen Ahornen und Eichen. Die Art von Entdeckung, die man macht, wenn man nicht zu sehr danach sucht.

Hakodate: Fenster und Licht

Hakodate war ruhiger. Wir übernachteten in einem Hotel mit Blick auf den Hafen, und die Aussicht aus dem Fenster — die geschwungene Autobahn, die Rangierbahnhöfe, die Berge in der Ferne — fühlte sich schon wie eine Fotografie an, bevor ich überhaupt zur Kamera griff.

Blick auf Hakodate von oben

Das beste Bild aus Hakodate ist vielleicht das einfachste: Joanna steht an einem Fenster, von der Nachmittagssonne von hinten beleuchtet, und schaut auf die Stadt hinaus. Kein Wahrzeichen, keine Sehenswürdigkeit. Nur ein Mensch, ein Fenster und gutes Licht.

Sapporo bei Nacht

Sapporo hat nachts eine andere Energie. Wir schlenderten in ein Imbissviertel und fanden einen Stand, der noch für Halloween dekoriert war — Kürbislaternen und alles. Die Neonlichter und überfüllten Theken wirkten wie direkt aus einem Wong-Kar-wai-Film.

Nächtlicher Imbissstand

Auf dem Rückweg fiel mir ein weißes Taxi auf, das an einer roten Ampel wartete. Irgendetwas an der Art, wie das Straßenlicht darauf fiel — die altmodische Toyota-Crown-Silhouette, das blaue Dachschild, die stille Straße. Ein Bild, fertig.


Zehn Aufnahmen aus Hokkaido. Nicht viele, aber manchmal sagt eine kurze Rolle mehr als eine volle. Der Herbst dort ist kurz und wunderschön, und Film ist die richtige Art, sich daran zu erinnern.